Angeln in Bosau
Plön – Der Große Plöner See inmitten der Holsteinischen Schweiz ist mit seinen knapp 30 Quadratkilometern nicht nur Schleswig-Holsteins größtes Binnengewässer. Der fischreiche See ist ein wahres El Dorado für Angler.
Die Holsteinische Schweiz in direkter Nähe zur Ostsee ist bekannt für ihre ausgeprägte Endmoränen-Landschaft. Diese für Schleswig-Holstein ungewohnten Hügel setzen sich auch unterhalb der Wasserlinie fort – mächtige Barschberge versprechen gute Fänge mit der leichten Spinnrute in dem ausgesuchten Angelrevier. Der See ist an seiner tiefsten Stelle östlich des Ortes Nehmten knapp über 60 Meter tief. Er bietet zahlreiche kleine Inseln, die 1881 teilweise erst durch eine Wasserabsenkung entstanden sind. Weil auch die Seeadler auf den entstandenen Inseln ihre Reviere haben, sind besondere Ruhezonen mit roten Bojen markiert.

Doch zurück zum Angelrevier: Die Barschberge sind einfach auf der Tiefenkarte an den Ausgabestellen der Erlaubnisscheine oder mit dem Echolot zu finden. Allerdings muss man bei der Suche nach dem besten Angelplatz mit einem Boot, das bei Bedarf an verschiedenen Urlaubsorten am See angemietet werden kann, auf einen Motor verzichten – zugunsten des Naturschutzes müssen sich alle Nutzer des Sees mit Muskelkraft oder mit Hilfe des Windes fortbewegen. Das wiederum verspricht eine himmlische Ruhe beim Angeln im Naturpark Holsteinische Schweiz.
Das Besondere: Der Große Plöner See wird von der Schwentine gespeist. Sie entspringt am Bungsberg, der mit 163 Meter höchsten Erhebung Schleswig-Holsteins und mündet in der Kieler Förde. Durch verschiedene Maßnahmen im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist die Schwentine durchgängig gemacht worden, so dass auch stattliche Meerforellen an die Haken gehen. Alte Angler berichten, dass vor wenigen Jahrzehnten junge Welse in den Großen Plöner See eingesetzt wurden.
Doch nie wird – wohl aus Unkenntnis über die gezielte Befischung – auf Welse geangelt. Hier warten die einheimischen Angler auf „Belege“, die ihnen die touristischen Angler bringen. Über dem Katenberg, dem Presterberg oder dem Bicheler Berg – der Fischreichtum im Großen Plöner See kennt keine Grenzen. Hechte von über 30 Pfund sind keine Seltenheit – mit der Handangel geschleppt oder mit der Spinnangel geblinkert. Dabei gehen den Anglern ab und zu auch einmal stattliche Seeforellen von bis zu 20 Pfund an die Haken. Und wer gut mit dem Zocker umgeht, dem ist eine gute Barschstrecke sicher. Je nach Jahreszeit bewegen sich die Schwärme zwischen sieben und 20 Meter Wassertiefe. Fischwirtschaftsmeister Gunnar Reese, einer von derzeit vier fischereilichen Nutzern des Sees, setzt seit ein paar Jahren Edel-Maränen in den See. Wer das Fischen mit der Hegene beherrscht, wird sicherlich diesen geschmackvollen Fisch aus der Tiefe in sein Boot ziehen. Karpfen halten sich in der Verbindung vom Großen Plöner See zum Bischoffsee auf.
Besonders bequem für Angler ist dass es für den gesamten Großen Plöner See und einige auf dem Erlaubnisschein angegebenen kleinen Seen eine Angelkarte gibt. Es werden Tages- (10 Euro) und Wochenangelkarten (40 Euro) angeboten. Neu ist, dass alle organisierten und auch nicht organisierten Angler für die Fischerei auf dem Großen Plöner See zugelassen werden. Erforderlich sei jedoch ein gültiger Fischereischein.
(Michael Kuhr)
Weitere Infos unter: www.lsfv-sh.de/ www.anglerforum-sh.de
Auch der Sportfischerverein Bosau steht Gastanglern für weitere detaillierte Auskünfte zum Angeln in Bosau zur Verfügung.
Der Verein lädt auch gerne Gastangler zu seinen jährlichen Angelveranstaltungen (Anangeln, Aalangeln, Raubfischangeln auf dem Plöner See und Meerforellenangeln an der Ostsee) ein.




